Prominenter Besuch: Finanzministerin Monika Heinold vor Ort

heinold trifft afwSie ist mit Sicherheit die prominenteste Schülerin, die je in Brokstedt die Schulbank gedrückt hat: Monika Heinold, langjährige Finanzministerin und seit kurzem auch stellvertretende Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins.

Die Ministerin nutzte die fast politikfreien Tage über Ostern zu einem eher privaten Besuch bei Freunden in der alten Heimat und verband die Landpartie gleichzeitig mit einem kommunalen Diskurs: Im Rahmen eines Treffens mit Kerstin Ritter und Harald Miersch, den beiden Spitzenleuten der „AFW-Gemeinsam für Brokstedt“,  informierte sich Monika Heinold über aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde und der Region und erläuterte ihrerseits die für die gemeindliche Ebene besonders relevanten Positionen und Pläne der Jamaika-Koalition.

Natürlich war auch ein Hauch von Nostalgie unüberhörbar: „Ich habe den Großteil meiner Jugend hier bei euch verbracht und habe eine Fülle positiver Erinnerungen: Dazu gehören auch  meine beiden Grundschuljahre in der Brokstedter Schule, die gut waren für meine Entwicklung und mein Selbstbewusstsein“. Zu ihren Schulfreunden gehörte unter anderem Brokstedts amtierender Bürgermeister Preine. „Wir freuen uns immer, wenn wir uns bisweilen auf unterschiedlichen Ebenen treffen“, ergänzt die Ministerin. Aber auch mit MILE-Vorstand Michi Maaß verbindet sie eine gemeinsame Jugendzeit.

„Viel war damals für Jugendliche nicht los. Wir mussten uns selbst organisieren um Treffpunkte zu haben. “Schule war dann auch ein wichtiges Stichwort gleich in doppelter Bedeutung. Für Monika Heinold hat die Weiterentwicklung der Brokstedter Schule richtigen Modellcharakter:“ Wir haben die europäischen Mittel weitgehend in die Verantwortung der Regionen gegeben, also große Gestaltungsfreiräume geschaffen“. Aber gleichzeitig beschreibt  sie auch eine Hoffnung und Erwartungshaltung:“ Ich hoffe, dass die in vielen Regionen neu entstandene Kooperation in den Aktivregionen dauerhaft trägt“. Und auf das Brokstedter Plietschhuus bezogen: „

Hier kann verwirklicht werden, was ich so prima finde in der neuen Mehrfachfunktion des Gebäudes: einen Treffpunkt anbieten, die Gemeinschaft stärken, vor Ort Kultur erleben, einfach ein Stück Heimat schaffen“. Verständnis und offene Ohren fanden die Brokstedter auch beim Schwerpunktthema Kita: „“ Ich bin nicht zuletzt wegen meiner eigenen beruflichen Erfahrungen eine engagierte und große Anhängerin der frühkindlichen Bildung“, betonte die Ministerin. Sie habe sich dafür eingesetzt, dass die aktuell sehr gute Finanzsituation des Landes genutzt wird, um bis Ende der Legislaturperiode das Kita Budget des Landes um über 180 Millionen Euro spürbar zu erhöhen.

Drei Schwerpunkte nannte sie in diesem Zusammenhang: „Wir wollen sowohl Eltern als auch die Träger entlasten und für umfassende Qualitätssteigerung bei dieser wichtigen Arbeit sorgen“. Ein örtliches Problem allerdings kann auch Monika Heinold trotz ihrer Vernetzung mit der alten Heimat nicht lösen: die Anerkennung Brokstedts als Ländlicher Zentralort: Kommunalpolitiker aller Schattierungen weisen seit Jahrzehnten  auf die unbestreitbare reale zentrale Funktion unserer Gemeinde für das Umland im so genannten „Dreiländereck“ Steinburg, Segeberg und Rendsburg-Eckernförde hin und das „ist ja nun kein reiner Lokalpatriotismus“, erklärt Kerstin Ritter.

Nach Aussage der Ministerin steht eine grundsätzliche Neuorientierung dieser strukturellen Entscheidungen nicht auf der Agenda der Landesregierung. Aber Monika Heinold weist in diesem Zusammenhang auf die anstehende Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs hin: „Da wird es Gutachten geben zu den konkreten Verhältnissen in den Regionen“. Das klang fast wie der Hinweis auf ein kleines Trostpflaster...

Gute Nachricht allerdings für unsere vielen Pendler nach Hamburg: Die Landesregierung arbeitet zwar an einem nachhaltigen und umfassenden „Nordtarif“ für Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen: Aber als Zwischenlösung wird das Land den HVV (Hamburger Verkehrsverbund) Beitritt des Kreises Steinburg unterstützen. Daran wird zurzeitgearbeitet, es wird konkret verhandelt und das heißt Reduzierung der Kosten für die Tickets...

Die ganz große Politik blieb außen vor bei diesem österlichen Diskurs. Und Kerstin Ritter und Harald Miersch freuten sich über die Gelegenheit, mit der stellvertretenden Ministerpräsidentin ganz praktische alltägliche gemeindliche Anliegen diskutieren zu können:  „Sie ist einfach eine Prominente, die offen, kompetent und sympathisch rüberkommt“, freut sich dann auch Harald Miersch.